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Deadpool & Wolverine (US 2024)

Deadpool & Wolverine (DE 2024)


Genre      Action / Adventure / Comedy / Sci-Fi
Regie    Shawn Levy ... 
Buch    Rhett Reese ... 
Ryan Reynolds ... 
Shawn Levy ... 
Darsteller    Ryan Reynolds ... Deadpool
Hugh Jackman ... Logan
Emma Corrin ... Cassandra Nova
[noch 12 weitere Einträge]
 
Agent Spreewurm
 
Wertungen30
Durchschnitt
7.33 
     Meine Wertung
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DVD-Erscheinungstermin:
08.11.2024

Start in den deutschen Kinos:
24.07.2024



3 Meinungen   [Ihre Meinung zu diesem Film]

Colonel
09.01.2025 12:35 Uhr / Wertung: 7
Schon mit seinem Intro-Auftritt zu NSYNCs „Bye Bye Bye“ hatte mich das scharfzüngige Narbengesicht am Haken.
Mit „Deadpool & Wolverine“ bekommt man genau das, was man erwartet, wenn die dauerplappernde Sacknaht auf den stoischen Klauenschwinger trifft: eine spritzige Gewaltorgie gepaart mit derbem Spaß und obszönen, politisch unkorrekten Witzen am laufenden Band. Die beiden Antihelden liefern ein Feuerwerk an kreativen Ideen, durchgehend gewürzt mit einer Prise Selbstironie. Die meisten Sprüche sitzen, und mit popkulturellen Anspielungen sowie einem ständigen Augenzwinkern funktioniert Deadpools derbe Art auch diesmal hervorragend.
Die Story bleibt dabei allerdings recht dünn und dient vor allem als Vorwand, das Treffen der beiden ungleichen Charaktere möglich zu machen. Der Film prangert zwar das ausgelutschte Superhelden-Genre frech an – leider, ohne selbst wirklich etwas Neues zu bieten. Stattdessen gibt es die gewohnte Dosis Action-Overload und eine ordentliche Portion Paralleluniversen-Müll. Gerade letzteres wird schamlos genutzt, um die beiden Figuren überhaupt zusammenzubringen. Mit vielen Effekten und eigentlich unnötigen Duellen zwischen den beiden Verrückten füllt man die inhaltlichen Lücken. Aus dem Ansatz, eine Außenseitergeschichte zu erzählen, hätte man deutlich mehr herausholen können. Hier bleibt der Film leider doch eher oberflächlich.

Fazit: Serviert werden zwei blutgetränkte Stunden, die wie ein Rausch auf den Zuschauer einprasseln. Sie erfüllen alle Erwartungen – übertreffen sie aber auch nicht.
Tiuri7
07.01.2025 22:12 Uhr / Wertung: 7
Als Wade Wilson von dem TVA-Mitarbeiter Mr. Paradox erfährt, dass sein Universum dem Untergang geweiht ist, weil dessen Ankerwesen Logan gestorben ist, reist Deadpool in verschiedene Universen um einen Ersatz-Wolverine aufzutreiben. Doch als er das schafft werden beide in die Leere verbannt und treffen dort auf die sinistre Cassandra Nova...

!!! ACHTUNG Spoiler !!!

Das Problem mit einer ironischen, ständig die Vierte Wand durchbrechenden und auf Meta-Gags setzenden Figur wie Deadpool ist, insbesondere in Verbindung mit dem Multiversum, in dem jeder ganz easy ersetzt werden kann, die fehlende Fallhöhe und kaum vorhandene emotionale Bindung zum Geschehen. Das macht sich in D&W mehr denn je bemerkbar, zumal entgegen Deadpools Aussage ("Fickt euch FOX! Ich bin jetzt in Disneyland!") und den Erwartungen der Zuschauer*innen, hier die Einführung des Comic-Antihelden ins MCU zu erleben, am Ende des Films der Status Quo unverändert bleibt. Das ist schade und mutlos, wenn man bedenkt wie der Abspann eigentlich als rührendes Goodbye der alten FOX-Welt aka Erde-10005 dienen könnte.

Ebenfalls negativ fallen ungelenk erzählte bis verwirrende/unlogische Storyelemente ins Gewicht, so wird etwa Wades Abstecher ins Büro von Happy Hogan nicht erklärt (wie und wann kommt er dahin?), die Timelines sind komplett verworren (man bedenke nur dass "Logan" 2029 spielt, er lebt also 2024 noch), Wades Sinnkrise und die Trennung von Vanessa werden viel zu kurz abgehandelt, die Ankerwesen-Sache ist ziemlich bekloppt und warum sich eine ganze Horde Deadpool-Varianten unseren Protagonisten in den Weg stellt, bleibt völlig unklar (und warum zum Geier taucht keine einzige Loki-Variante auf!?). Gewünscht hätte ich mir übrigens auch die Rückkehr von Domino und vor allem zumindest ein kurzes Aufeinandertreffen von Cassandra Nova mit ihrem Bruder Charles. Dafür hätte man den überflüssigen Dogpool rauslassen können. ;)

Aber genug gemeckert, schließlich hatte ich trotz allem viel Spaß mit D&W. Das fängt schon bei dem herausragend genialen Intro-Kampf an, der vor allem in 3D ein Hochgenuss ist. Auch andere Fights (im Auto oder bei der seitlich gefilmten Plansequenz) plus die dazugehörige Musikauswahl und der angenehm hohe (CGI) Gewaltgrad sind unglaublich unterhaltsam anzusehen. Selbstverständlich bekommt man auch wieder ein nicht enden wollendes Feuerwerk an frechen Sprüchen, Referenzen und Gags auf Meta-Ebene von Dampfplauderer Deadpool serviert, da bleibt tatsächlich kein Auge trocken.

Das Zusammenspiel von Ryan Reynolds mit seinem im real life guten Kumpel Hugh Jackman, der nach wie vor den perfekten Wolverine abgibt, funktioniert ebenfalls hervorragend und die Hassliebe der beiden Protagonisten trägt den Film größtenteils mühelos. Dazu kommen einige Cameos, mit denen wohl niemand vorher gerechnet hat, und die das Herz langjähriger Marvel-Fans sofort höher schlagen lassen. Im Deutschen gibt es sogar einen cleveren Bonus-Scherz rund um die Synchronstimme eines Superhelden - sehr geil! Den Hintergrund von Channing Tatum als Gambit musste ich zugegebenermaßen nach dem Kinogang erstmal nachlesen, aber dann wertet er diesen Auftritt nochmal enorm auf.

Alles in allem bleibt ganz klar festzuhalten: Wer die beiden Vorgänger mochte, wird auch den dritten Deadpool-Film mögen, der mit herrlich überzogen blutigen Kampfeinlagen, Easter Eggs und Anspielungen, dem typischen Reynolds-Humor und einem vllt. zum letzten Mal als Wolverine auftretenden Hugh Jackman absolut überzeugen kann. Und doch schmälern deutliche Patzer insbesondere was die Story betrifft den Gesamteindruck leider durchaus. Es wäre einfach mehr möglich gewesen.

"Der menschliche Körper hat 206 sehr harte Knochen. 207 wenn ich Gossip Girl gucke!"
mountie
07.08.2024 23:32 Uhr
Auch der dritte Deadpool-Film ist wiedermal ein Heidenspaß im Bezug auf In-Jokes, Filmreferenzen und dem durchbrechen der 4th Wall!
Doch auch was den Gehalt an deutlichen Szenen im Bezug auf Gewalt, Splatter und den vielleicht schmutzigsten Mundwerken in der Geschichte der Superhelden-Filme angeht, dürfen Ryan Reynolds und seine Co-Stars richtig vom Leder ziehen. Hier kommt es einem fast schon wie ein Wettstreit der Macher vor, die austesten wollten wie weit sie unter der neuen Disney-Flagge gehen können.... und sie durften anscheinend RICHTIG weit gehen!
Besonders außergewöhnlich empfand ich den Kniff, die gesamte 20th Century Fox-Resterampe an alten Marvel-Produktionen, seitens des aufgekauften Studios, sehr schön in das Multiversum-Thema mit einzubauen. Wirklich erstaunlich wieviele Darsteller/innen man aus der Geschichte von Fox noch mal vor die Kamera bekommen hat, und wieviele Jokes und Insider auf Kosten von Studios, Verantwortlichen, Zuschauern etc. hier durchgewunken wurden.
Dadurch wird Deadpool 3 aber auch zu einer riesigen Fundgrube für Fans der Comic-Vorlagen und Filmumsetzungen gleichermaßen. Die in Loki eingeführte TVA entwickelt sich dabei zur sehr nützlichen eierlegenden Wollmilchsau, da man durch sie praktisch alle Überschneidungen irgendwie erklären kann, ohne zu unglaubwürdig zu werden.
Deadpool 3 genießt man am besten natürlich mit einer Tonne voller Vorwissen aus allen möglichen Medien und Zeitaltern, doch durch den, zugegebenermaßen zwar sehr derben aber tollen, Humor und den tollen Charaktermomenten untereinander, bleibt die Deadpool-Reihe auch in Teil 3 auf sehr hohem Spaßniveau und ist Unterhaltung pur für uns Fans von all diesem Superhelden-Gedöns... Klare Empfehlung!

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